Alles hätte so schön sein können.
 
Bevor man Abends die Hofburg wieder einmal zum Zentrum derer abendländischen Religionskriegverhinderer machen wollte, die meinen sie könnten ihr Ziel durch die Abschaffung aller anderen Religionen erzielen, und das am besten auch noch begleitet von gediegener Herabwürdigung derselben[1], hätte man den Grundstein für den Fall des roten Michls im Rathaus legen wollen. Doch es kam anders.
 

Schon an Teiwas Tag hatte man mit großer Aufregung bekannt gegeben, man wüsste wie Mutter Sozialdemokratie eine Reform des Wahlrechtes noch vor der Wahl, welche sie bis zu 5 Mandate kosten könnte, verhindern wolle.[2]
 
Vorgezogene Wahlen, so sagte man, würden an Wotans Tag im Gemeinderat zur Abstimmung gebracht, und die heimatsozialistische Partei würde jener Intention einen gehörigen Strich durch die Rechnung machen. Wotans Tag kam, Wotans Tag ging. Was ausblieb war der Neuwahlantrag.
 
Macht ja nichts, hatte man doch für den heutigen, ach so schönen Tag der Freya, einen besonderen Plan. Mit der verhassten linkslinken Grünen Fraktion und den ebenso verhassten Christlichsozialen, die so gut darin sind heimatsozialistische Menschenverachtungspolitik zu machen ohne dabei laut rumzugröhlen, hatte man eine ausgeklügelte Strategie ersonnen. Immerhin hat man ja im Landtag gemeinsam die Mehrheit.[3]
 
Doch es kam anders, in allerbester freizeitlicher Manier wechselte der einundfünfzigste Mandatar, noch dazu ein Grüner, die Fronten. Natürlich war es stümperhaft gespielt, Heimatsozialisten hätten da in laufender Legislaturperiode eine neue Partei gegründet, und mehr als die von Ritter Johann dem Knüppelnden in der heutigen Sitzung so bildhaft dargestellten 30 Silberlinge wären geflossen.
 
Man überlegt, so munkelt man, sogar eine Klage wegen Plagiarismus einzubringen, ist doch das Überlaufen zum Gegner eine der ureigensten freizeitlichen Taktiken um Mehrheiten zu beschaffen, solche zu Fall zu bringen oder einfach nur um sich aus der Verantwortung zu stehlen.
So war es ausgerechnet ein Türke, der die großen Pläne des Bundesspitzenkandidaten und seiner Kameraden zu Fall brachte.
Welche Schmach.
 
Und wie sollte man das jetzt am Abend Gert dem Wilderer erklären, wo man sich doch schon so schön ausgemalt hatte wie man stolzgeschwellter Brust deklamieren könne, dass man den Bolschewismus in Wien schon so gut wie besiegt, oder zumindest eine große Schlacht gewonnen habe.
 
So blieb nur, den Abend mit der Aussaat trauter Zwietracht zwischen den Religionen zu verbringen, sich gegenseitig zu versichern dass Nationalismus und Rassismus doch auch nur eine Meinung wären und dass die eigene Gesinnungskameradschaft doch die eigentlichen zu Unrecht Verfolgten wären.
 
Armes christliches Abendland. Irgendwie ein blöder Tag heute.
Und irgendwo, da lacht ein roter Fuchs still in sich hinein.
 
<3-lichst, Patricius.
 


 
[QUELLEN]
[1]http://wien.orf.at/news/stories/2702038/
[2]http://www.hcstrache.at/hc-strache-wir-machen-haeupl-nicht-die-neuwahlleiter/
[3]http://wien.orf.at/news/stories/2701996/
 
 


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