Vox populusquem absurdum. Oder so.
 
Sie sind das Volk? Sie wollen Religionskriege vermeiden, indem sie ihre Religion, die sie zwar nicht ausüben und von deren Grundgesetzen sie in der praktischen Anwendung keine Ahnung haben, als die einzig gültige durchzusetzen trachten? Sie gehen gerne mit bis zu hundert Freunden unter Polizeischutz spazieren, weil sie sich von den demokratisch, also vom Volk, gewählten Volksvertretern nicht vertreten fühlen? Ihre größten Fans und Mitspazierer rekrutieren sich aus den Reihen zutiefst antidemokratischer Kräfte?
 
Dann gründen sie doch eine Partei! [1]
 
Eine Partei? [2]
 
Ja, eine Partei! Aber keine Angst, sie müssen sich ja nicht gleich Wahlen stellen, um sich so vom Volk in ihren Anliegen legitimieren zu lassen. Sie sind doch das Volk. Das Wichtigste ist, erst einmal durch die Parteigründung den Namen der Bewegung für sich zu sichern. Nicht dass da noch irgend so ein anderer besorgter christlicher Abendländer aus der Mitte der Gesellschaft auch auf die Idee käme, sich mit dem Namen der Bewegung zu schmücken, obwohl der gar nicht so ein guter aus der Mitte der Gesellschaft stammender christlicher Abendländer ist wie sie selber. Und lassen sie sich nur nicht irritieren wenn dann gleich ein ebensolcher kommt und sie einen Spalter nennt, jener ist nämlich selber ein Spalter.
 

Weiters, so wurde uns zugesichert, erhielte die Bewegung dadurch Rechtsstatus, und das finden sie gut. Denn sie sind einfach noch nicht rechts genug. Ohne offiziellen Rechtsstatus könnte man ja gleich diesen linkslinken Heimatsozialisten beitreten.
 
Ausserdem, und das ist ein ganz wichtiger Punkt, ist es für eine Partei viel leichter Forderungen zu transportieren. Forderungstransport ist einer der ganz großen Eckpfeiler des Transportwesens, da sollte ihre Bewegung nicht außen vor bleiben, vor allem wenn ihre einzige Forderung darin besteht, gewisse Bevölkerungsschichten sollten außer Landes befördert, oder zumindest in geeigneten Lagern konzentriert werden.
 
Und, zu guter letzt, so eine Partei kann ihre Mitglieder in Entscheidungen mit einbeziehen, außer sie kommen zum Beispiel aus Vorarlberg, sind dort die einzige die sich für ihre Bewegung einsetzt, singen gerne und halten gerne Reden. Dann werden sie von der Partei zur Seite geschoben und von einem anderen aus der Mitte der Gesellschaft stammenden christlichen Abendländer ersetzt, weil sie ihrer Bewegung einfach peinlich sind.
 
So einfach ist es die demokratische Institution der Partei durch eine Bewegung die sich das Volk nennt, ad absurdum zu führen. Und deshalb geht Pegida auch keinen Meter.
 
Auch dieses Wochenende in Graz nicht.
 
♥-lichst, Patricius.
 


[QUELLEN]
[1] http://orf.at/#/stories/2270685/
[2] https://www.facebook.com/grazpegida/posts/657198321052274
 
 


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