Es war der 1. April 2015, und allerlei Menschen ersannen allerlei frei Erdachtes, um andere Menschen an der Nase herum zu führen. Eine feine, seit Jahrhunderten fest im abendländischen Gesellschaftsleben verankerte, wahrscheinlich bajuwarische Tradition. Oder Französisch, oder Englisch, aber auf jeden Fall abendländisch und auf jeden Fall Tradition.[1]
 
Nicht lustig ist es dann jedoch, wenn eine Gesinnungskameradschaft, welche sich so gut auf die Bewahrung von Traditionen versteht, durch ihren alltäglichen Einsatz von Informationsquellen wie dem Kopp Verlag, Pi-News oder dem Honigmann, in Hinblick auf Absurditäten und Sonderbarkeiten in ihrer diesbezüglichen Sensibilität derart abgestumpft ist, und gleichzeitig von solcher Gier nach Nachrichten, welche man im eigenen Sinne zur Emotionalisierung der Massen verwenden könne besessen, dass man darob vollkommen den Blick für die Realität verliert.
 

So vergaß man heute, ob eines vermeintlichen Angriffes auf die heiligste aller ostmärkischen Traditionen, komplett auf die Tradition des 1.April. Wäre die boshaftiger Weise, von einem sonst als hochseriös angesehenem Medium lancierte Meldung, man würde dem Schnitzel die Panier rauben wollen, eine Wahre gewesen, wäre heute Abend, dank heimatsozialistischer Agitation, wohl das halbe Volk unter Waffen gestanden, bereit zur Verteidigung von allem was goldgelb und in Butterschmalz heraus gebacken wird. Zumindest wenn es nach den Kommentatoren in unser aller liebsten sozialem Medium geht, und da, stringenter Weise, meist im Dunstkreis nationalpopulistischer Interessensgruppen und Personenvertretungsseiten.[2][3]
 
Da hätte doch beinahe das Wiener Schnitzel, nach seiner langen Reise von Italien in die ostmärkische Speisenkultur, und seiner austriakisch-christlich religiös motivierten Wandlung vom Kalbs- zum Schweinefleisch (bist du Schwein, darfst du rein, in die Panier, du Schnitzeltier), einen erneuten Weltenbrand entfacht. Glücklicher Weise ist die Sache inzwischen gegessen.
 
Den besten Aprilscherz des Tages allerdings, so befindet meine Wenigkeit, lieferte heute jener heimatsozialistische Politaktivist, welcher schutzsuchende Vertriebene und um ihres Lebens willen Flüchtende gerne als Höhlenmenschen bezeichnet, der gerne mal Verwandte gegen deren Willen auf Regionalwahllisten setzt und zu diesem Behufe deren Unterschrift fälscht, und der beinahe Vizestatthalter in einer Siebenzwergenregion geworden wäre, hätten seine vermeintlichen Koalitionspartner nicht in letzter Sekunde noch begriffen, dass man mit Heimatsozialisten aus Selbstschutz und auch aus Respekt gegenüber der Republik und ihrer Bürger, besser keine Geschäfte macht.
 
Eben jener setzte heute gekonnt ein Bild in den Umlauf des Weltnetzes, welches mit dem Text „Rückgrat und Charakter haben einen Namen“ versehen war, und darunter prangte sein eigener Name.
Derart stolz war er auf sein irreführendes Werk, dass er, neben der in Lettern gesetzten Realsatire, noch den Hinweis „DER traut sich was“ setzen lies. Und zu so viel Mut zur Selbstironie möchten wir ihm auch gratulieren.[4]
 
<3-lichst, Patricius.  


[QUELLEN]
[1]http://de.wikipedia.org/wiki/Aprilscherz
[2]http://diepresse.com/home/politik/eu/4698467/Der-Panier-droht-ein-EUVerbot
[3]http://derstandard.at/2000013747288/Grosse-FPOe-Trittsicherheit-bei-April-Fettnaepfchen
[4]https://www.facebook.com/FpoGuntramsdorf/photos/a.
364923273590360.86168.364778803604807/829999467082736/?type=1&theater

 
 

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