Höchst beleidigt zeigt man sich gerne, und hurtig mit rechtlichen Schritten, wenn ein Spitzenpolitiker mit Kreuzritterqualität von einem Musiker mit Schimpfworten belegt wird, oder genauer gesagt einem Schimpfwort, welches in der Subkultur eben jenes Musikers ungefähr die beleidigende Schlagkraft eines mürrisch ausgesprochenen „Guten Morgen“ hat.
 
Dass dieser Musiker damals der Täuschung erlag, der ebenfalls rappende Politiker sei dieser Ausdrucksweise mächtig und ihrer Bedeutungen gewahr, war natürlich ein Fehler, den er sich selber zur Last legen musste. Deshalb zahlte er auch ohne Murren die verhängte Strafe und glaubte damit wäre, unter Ehrenmännern, die Angelegenheit auch erledigt.
 
Selbst augenzwinkernde kleine Seitenhiebe erlaubte er sich danach in seiner Erleichterung über den gelösten Konflikt, sich der inhärenten Lehre über die Wehleidigkeit großer Wortjongleure im politischen Ambiente leider immer noch nicht bewusst werdend.
 
Unausweichlich wie es kommen musste, erboste sich schon kurz danach ein jünglicher Politaspirant der heimatsozialen Fraktion ob der Einladung jenes beleidigungsstarken Rappers zu einem Jugendfest. Es könne doch nicht angehen, der Jugend ein solch mangelhaftes Vorbild zu präsentieren.
 

Und wie schlecht solche Vorbilder wie der Reimkünstler tatsächlich für unsere Jugend sind, bewies sogleich eben jener junge Heimatsoziale, der gleich eine ganze potentielle Wählerschicht in einem sozialen Netzwerk als „wohlstandsverwahrloste Fotzen“ zu bezeichnen suchte.
 
Daraufhin von einem politischen Konkurrenten sozialdemokratischer Prägung angesprochen , und auch noch darauf hingewiesen dass er als Politiker nicht nur ein Vorbild zu sein hätte, sondern auch noch besondere Verantwortung trüge, weshalb er besser sein Amt zurück legen sollte, liess ihm keine andere Wahl als den Aufdecker seiner Äusserung mit einem Mitarbeiter eines diktatorischen Regimegeheimdienstes zu vergleichen.
 
Immerhin hatte jener zitiert, was der heimatsoziale Gemeinderat veröffentlicht hatte. In diesem superprivaten Weltnetz. Wer hätte auch damit gerechnet, dass dies jemand lesen würde. Dumm gelaufen auch.
 
Zum Glück haben die Medien nichts mitbekommen, in diesen harten Wahlkampfzeiten.
Ups.
 
Und die Moral von der Geschicht‘?
Doppelt funktioniert sie nicht.
 
♥-lichst, Patricius.
 
 


[QUELLE]
http://www.noen.at
 
 


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