Es war einmal ein kleiner Zahntechniker deutschnationaler Prägung mit einem großen Ansinnen. Sich erheben wollte er für die Unterdrückten, sich einsetzen für den kleinen Mann, damit jener wieder bekäme was ihm zustünde.
 
Und wie er sich abgearbeitet hat dafür, für den Hackler, den Anständigen, den Fleissigen. Tag für Tag verbrachte er damit gegen jene zu hetzen und wettern die dem Kleinen alles wegnehmen würden, die Großen da oben und die anderen da, die nicht von hier sind.
 
Nacht für Nacht verzichtete er auf Schlaf um nah bei seinem Volk zu sein, sei es nun bei Bällen nationalistischer Bürscherl, bei High Society Events am Wörthersee, bei Jachtausflügen am Mittelmeer und ja, sogar Bierzeltfeste besuchte er, um dort während er seine drei Bier trank im spiegelnden Lichte seiner Rolex den kleinen Mann ein wenig den schweren Alltag vergessen zu lassen, und dessen Wut auf alles zu lenken was eben nicht so war wie es sein sollte, wenn es noch so wäre wie es einmal gewesen sei, wäre es nur je so gewesen wie man sagt dass es war.
 

Und so gut hatte dies funktioniert dass, als dann einer der zwar von hier war, aber eben doch nicht so richtig, auf einer Liste der Partei des Zahntechnikers in den Regionalwahlkampf ziehen sollte, der kleine Mann sich im Zorne erhob.
 
Und wehe, höret, entsetzliches entfuhr dem Heinrich mit der Rolex da, dem Luxusurlauber aus Leidenschaft. Nur ein kleiner regionaler Kandidat wäre es, an dem sich der Volkszorn nun entlädt. Als ob die regionalen Kandidaten unbedeutend wären, nur kleine Leute, so wie die um die es dem Heinrich doch angeblich geht.
 
Ungläubig bleiben die Münder geöffnet, Zweifel tun sich auf, doch der Aspirant aufs Bürgermeisterbundeskanzleramt legt noch eins drauf. Hinter dem siebten Berg würde dies alles geschehen, nur um den siebten Zwerg würde sich das Aufhebens drehen.
 
Schweigen in der Menge, sollten sie doch keine Bedeutung haben für ihn, ausser am Wahltag für die Partei zur Urne zu zieh’n? Er, der doch versprochen hatte alles zu tun, um ihnen zu ihrem Recht zu verhelfen? Wären sie alle nur siebte Zwerge hinter dem siebten Berge, sollte er je Macht erringen? Hat er sie am End belogen? Die Wahrheit aus Gier nach Macht verbogen?
 
Doch hat er Glück, der große Mann, der gut den Kleinen mimen kann.
Den Hass den er einst eingepflanzt ins Herz des kleinen Mannes, gegen alles das was anders ist, ist stärker als die Zweifel und die Stimme der Vernunft. So jagt die Meute jetzt den siebten Zwerg, anstatt den Fahnenschwenker von seinem Lügenberg.
 
Drum bleibt er klein, der kleine Mann, und kann auch nichts dafür. Geblendet von Sprüchen, und mit Hass verführt. Und wer da lügt wann er auch spricht, sieht man im Bierzeltdunste nicht.
 
Und die Moral von der Geschicht? Moral in der Politik, die gibts auch bei den Blaunen nicht.
 
Schlaft’s mir recht gut,
 
♥-lichst, Patricius.
 
 


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