Es war 2009, als der Gauparteileiter der Heimatsozialen im schönen Hinterarlberg sich bemüßigt fühlte, einen hohen Würdenträger einer kulturellen Einrichtung in Hohenems als einen „Exil-Juden aus Amerika“ zu betiteln [1].
 
Eine Äußerung, welche aufgrund des inhärenten Antisemitismus schlussendlich dazu führte, dass die christlichsoziale Partei ihre Zusammenarbeit mit den Nationalpopulisten vorerst aufkündigte, obwohl man in jenen Kreisen bei blauen Tollereien doch gerne mal ein Auge zudrückt.
 

Ein halbes Jahr später resümierte jener Politiker der Partei, welche laut dem Bundesspitzenkandidaten noch nie einen „Ausländerwahlkampf“ geführt habe [2], dass sich sein Ausspruch gelohnt hätte, da man nun offener über Zuwanderung und Integration sprechen könne [3]. Nachvollziehbar, da ja die Herabwürdigung Anderer immer für ein besseres Gesprächsklima sorgt.
 
Nun, sechs Jahre und eine verlorene Wahl zum Statthalter von Hohenems später, eine Wahl bei der die heimatsoziale Partei wohl die meisten Stimmen bekam, bei der direkten Bürgermeisterwahl der Spitzenkandidat aber durchfiel – vielleicht nicht zuletzt auch, weil sich eine Bürgerinitiative ob der antisemitischen Verbalinjurie aus der Vergangenheit sich gegen ihn stemmte – folgte die späte Entschuldigung [4].
 
Ob dies vielleicht damit zusammenhängt, dass man jene verlorene Wahl anzufechten gedenkt[5], weil man so gerne richtiger Statthalter werden würde, und nicht einfach nur Vizestatthalter, was man aus zeitlichen Gründen auch abgelehnt hatte, liegt im Auge des Betrachters[6]. Wie man sich das vorstellt, den Job eines Stadtoberhauptes ausführen zu können, wenn man schon nicht genug Zeit hätte, um einfach nur dessen Stellvertreter zu sein, bleibt ebenfalls dahingestellt.
 
Nun gilt es erstmal Einsichtigkeit zu heucheln, um die kleinen braunen Flecken von der vermeintlich sonst so weissen Weste zu tilgen, dann wirds vielleicht auf gerichtlichem Wege noch was mit dem Bürgermeistersalär.
 
♥-lichst, Patricius.
 
 


[QUELLEN]
[1]http://www.news.at/a/exil-jude-amerika-vorarlberger-fpoe-
obmann-egger-eklat-249348

[2]http://www.krone.at/Oesterreich/Strache_Noch_nie_einen_Auslaender-Wahlkampf_gefuehrt-Sind_Heimatpartei-Story-363793
[3]http://derstandard.at/1259282820878/Vorarlberg-Exil-Juden-Sager-hat-sich-fuer-Egger-rentiert
[4]http://vorarlberg.orf.at/news/stories/2705950/
[5]http://vorarlberg.orf.at/news/stories/2705022/
[6]http://vorarlberg.orf.at/news/stories/2704724/
 
 


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