Keiner feiert dieser Tage den Bundesheinrich so sehr, wie der Spitzenkandidat aller Klassen es selber tut.
 
10 Jahre ist es nun her, seit der Erdberger Zahntechniker die Partei und das Protestwählerpotential vom Bärentaler Selbstzerstörer übernahm, 10 Jahre hat er gebraucht um eben jenes Protestwählerpotential wieder voll auszuschöpfen, und dies dann auch noch als „politischen“ Erfolg feiern zu können.
 

10 Jahre „verkürzter“ Werbebotschaften, die nur von den bösesten aller Zungen als dumpfe Hetze gegen Schutzlose ausgelegt werden können, 10 Jahre Dauerwahlkampfstimmung, in denen uns, jahraus – jahrein, sein Konterfei überdimensional, und bis zur Unkenntlichkeit retuschiert und jeglicher Alterserscheinung beraubt,von Werbeplakaten entgegen lächelt.
 
10 Jahre, in denen kaum ein Wahlplakat seiner Parteikameraden auskommt, ohne neben dem eigentlichen Kandidaten auch das Antlitz des Parteiführers zu zeigen, um so unmissverständlich klarzustellen, wer denn eigentlich Spitzenkandidat und Nutznießer der Wahl sei.
 
10 Jahre, in denen, in einem nicht enden wollenden Stakkato von Anschuldigungen und Herabwürdigungen gegenüber seinen politischen Mitbewerbern, Reformen und Änderungen am System gefordert werden, welche, sollten sie dann zur Abstimmung kommen, von der nationalpopulistischen Partei eben nicht mitgetragen werden, oder direkt durch heimatsoziale Initiativen konterkariert werden.
 
10 Jahre brachialer, rauchgeschwängerter Bierzeltrethorik gegen Minderheiten ethnischer und religiöser Natur, welche die politische Stimmung im Land nachweislich radikalisiert hat und beitrug, Ausländerfeindlichkeit und Repression gegen über Nichtchristen salonfähig zu machen.
10 Jahre Anprangern der politischen Ausgrenzung seiner Partei, wohlweislich die Tatsache verdrängend, dass man sich selber, durch eben jene durch die Partei gelebten und geförderten Radikalisierungstendenzen, im politischen Dialog isoliert hat.
 
Mancher möchte behaupten, 10 Jahre Parteiführung durch den Umfragekaiser hätten, ob des nicht Erreichens tatsächlicher politischer Verantwortung, gar nichts bewirkt, doch das Gegenteil ist der Fall.
 
Die Gräben in der Gesellschaft sind tiefer geworden, die Toleranz gegenüber den Schwächeren und schlechter Gestellten in der Gesellschaft ist nur mehr ein Fragment dessen, was sie in einer aufgeklärten Welt und in einem der reichsten Staaten der Erde sein sollte. Seriöse politische Werte, Arbeit und Ziele werden mehr denn je durch plumpe Sprüche und Partyfotos selbsternannter Vertreter des „kleinen Mannes“ verdrängt.
 
Österreichs Politik ist durch deinen Einsatz, oh Bundesheinrich, Reiter des Umfragebalkens, Taferlhalter vom Parlamentsdach, außer um Hass und demokratieschädigender Absurditäten, um nichts reicher geworden.
 
Wir danken dem Jubilar.
 
♥-lichst, Patricius.
 
 


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