Konnte man letzte Nacht noch kaum der freudigen Antizipation fortlaufender Ereignisse in der Causa der salzburgischen heimatsozialen Querelen Herr werden, so erfreut man sich heute der mangelnden Enttäuschung die das Ausbleiben einer solchen Fortsetzung mit sich gebracht hätte.
 
Noch des Nächtens wurden die metaphorischen langen Messer gewetzt, und vier der mutmaßlichen Agitatoren, welche durch die Verbreitung übler Gerüchte den Parteiaustritt eines Landtagsabgeordneten heimatsozialer Prägung verursacht haben sollen, aus der landespolitischen Manifestation ihrer weltanschaulichen Kameradschaft ausgeschlossen[1].
 

Verrat schrie sofort die Stadtpartei der Kameradschaftstreue, nichtig seien die Ausschlüsse und man ereiferte sich schleunigst um Hilfe bei der Bundespartei zu suchen. Diese schritt besorgt ob der Anzeichen neuerlicher Spaltungstendenzen ohne zu zögern ein, und erklärte nur wenige Stunden später die Beschlüsse der letzten Nacht für vorübergehend ausgesetzt.
 
Auch versprach man die Entsendung des letzten Ritters der seidenen Schnur, niemand geringeren als den Bundespitzenkandidaten in Person, Heinrich dem Ersten von Mediatorien, dem obersten Plakatlächler aller Wahlkämpfe, dem Befreier von Inhalt und führenden Krugheber der Stammtischpolitik, um in diesem hintermsiebtensalzbergischen Gesinnungsbruderzwist zu vermitteln[2].
 
Warm ums Herz wird uns anlässlich der Ereignisse bei der Erinnerung an 1998, als die Wiener Parteileitung angesichts grober Verbalkeilereien im Salzberggau kurzer Hand allen 700 Mitgliedern der Regionalbewegung die Parteimitgliedschaft entsagte, und die Landespartei der kommissarischen Leitung der Bundespartei unterstellte, bis der Rädelsführer des Aufstandes Schnell sein Haupt beugte und der Kärntner Sonne erneut die Treue schwor[3][4].
 
Hier wird sich nun zeigen ob der Bundesheinrich auch in der Umsetzung martialisch diktatorischer Parteiführung seinem politischem Übervater, dem Phaetonisten mit dem Hang zu politischen und später auch persönlichen unfreiwilligen Selbstentleibung, das Wasser reichen kann. Ein Herbert von Zweizeil und ein Villy van Eletrokut sind halt leider keine Königskobra.
 
So harren wir weiter der Dinge, atemlos gebannt von der Inszenierung treudeutscher Kameradschaft und Ehre, der beispiellosen zur Schau Stellung politischen Anstandes und demokratischer Moral, die in keiner Partei so beheimatet ist, wie in der heimatsozialen Gesinnungskameradschaft. Welch glückliche Fügung, dass dieses Jahr in Salzburg nicht gewählt wird.
 
♥-lichst, Patricius.
 
 


[QUELLEN]
[1]http://salzburg.orf.at
[2]http://derstandard.at
[3]http://www.profil.at
[4]http://www.stopptdierechten.at
 
 
Teil eins des Western Epos „Für einen Kübel voll Schmutz“ gibt es übrigens hier nachzulesen.
 
 


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