… oder „Jenseits von Blöden, Teil III.“
 
Wild geht es zu im Westen von Wien, im schönen Salzburgischen, wo die Lederne noch kracht, die Perchten noch schiachen und der heimatsoziale Politiker noch das macht was er am besten kann, streiten und die Partei zu spalten versuchen.
 
Da kündigte erst vorgestern der Bundesspitzenkandidat, noch nicht ausgelastet damit, von steirischen Wahlplakaten zu lächeln obwohl er dort gar nicht kandidiert, an, persönlich in die gebirgige Heimat renitenter Parteivertreter zu reisen, um die innerparteilichen Querelen im Handstreich zu lösen[1], fand sich heute Schnell einer, der immer weiß wie man aus persönlicher Bedrängnis einen kleinen fahlen Sieg zaubert[2].
 

„Mia sant mia“, so hört man fast den alten bajuwarischen Schlachtruf, als er sich mutig, wie einst schon dem bärentaler Gauleiter Nordsloweniens, dem aktuellen Führer seiner Gesinnungskameradschaft entgegen wirft.
 
Man würde schon ohne Zurufe aus Wien mit der Situation fertig werden, meint er, der ehemalige Parteigauleiter mit den Umvolkungsphantasien[3], hat er doch schon soviel Erfahrung damit, der Bundeshauptstadt die Stirn zu bieten um mannhaftest Unterwerfungserklärungen zu unterzeichnen, welche seine Position absichern.
 
„Man habe Salzburger Angelegenheiten in Salzburg immer allein geregelt.“ sagt er, wie schon die im zweiten teil der Saga von mir erwähnte salzburger Rebellion von 1998 bewies, als man alle 700 Mitglieder der Partei verwies und die Parteiangelegenheiten von Wien aus übernahm[4].
 
Es geht wild zu im Westen von Wien, und fast möchte man über die gebotene Spannung andere wichtige heimatsoziale Themen übersehen.
 
Frauen und Gleichstellungspolitik zum Beispiel, wo sich schon im Jänner einer aus dem Gau Niederdonau selbst mit Ruhm begoss, als er, im Rahmen der leidigen entmannenden Diskussion um ein verschärftes Sexualstrafrecht, für seinen „wilden Penis“ eine Lanze brechen wollte und erklärte, dass Frau es doch wolle vom Manne zur Sache degradiert zu werden. Dies würde doch nachgerade den Reiz der Sexualität ausmachen, und anders könnte er auch seine Libido gar nicht in Stand setzen[5].
 
Sie wollen es doch alle, denkt er sich wohl, und stellt konsensualen Sex ganz im Sinne der nationalpopulistischen Bewegung auf eine Stufe mit anderen, aus dem Frauenverständnis der Partei als femofaschistisch entlarvten Forderungen, wie zum Beispiel das Recht der Frau auf Arbeit und, das muss man sich vorstellen, die Idee die Arbeitsplatzräuberin solle dafür auch noch gleich entlohnt werden wie ein Mann.
 
Eine wahre Steher-Partei ist das, kommt Schnell zum Schuss und ist allzeit bereit, den Knüppel aus dem Sack zu holen. Nachgerade echte Helden, wie weiland einst im wilden Westen.
 
♥-lichst, der Patricius.
 
 


[QUELLEN]
[1]http://derstandard.at
[2]http://derstandard.at
[3]https://lagushkin.wordpress.com
[4]http://www.profil.at
[5]http://linkswende.org
 
 
Weitere Teile der der spannenden Wild-West Saga:
Teil 1: „Für einen Kübel voll Schmutz“
Teil 2: „Für einen Kübel voll Schmutz mehr“
 
 


5 (100%) 2 votes
Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+Email this to someonePrint this page