Keine Partei tut so viel für die Beschäftigungspolitik wie die heimatsoziale Gesinnungskameradschaft der Fleißigen und Anständigen. Genauer gesagt, wird fleißig daran gearbeitet, die juristischen Institutionen unserer schönen geographisch begrenzten Verwaltungseinheit namens Österreich anständig auszulasten.
 
Gemeint ist damit nicht nur der Versuch, Kritiker mittels gefinkelter Winkeladvokaterie außer Gefecht zu setzen, nein, man schafft auch Platz für Nachwuchs in den eigenen Reihen, indem sich der Jugendarbeit besonders ergeben Kameraden mittels geeigneter Rechtsverletzungen selber aus dem politischen Leben eliminieren.
 

Platz Eins auf der ewigen Rangliste der nationalpopulistischen Arbeitsbeschaffungsprogramme für Juristen ist und bleibt das fröhliche Volksverhetzen. Ein häufig praktiziertes Modell, welches aber nur all zu selten zu dem erwünschten Erfolg führt, neben der Gerichtsarbeit auch den Nachwuchs zu fördern, weil so ein wenig nationalistische oder rassistische Aufwiegelei ja doch meist als Kavaliersdelikt abgetan wird.
 
Erfolg in dieser Kategorie hatte jedoch gerade ein Mödlinger Funktionär durch das Propagieren der Idee von genetisch gesteuerten Bomben, die Anhänger einer gewissen Religion eliminieren sollten (weil ja Religion genetisch bedingt ist (sic!)), oder durch die Empfehlung Politiker konkurrierender Parteien mit dem Schlagholz amerikanischer Freizeitsportarten die Leviten zu lesen. Erreicht hat er sein Ziel aber nicht durch halbherzig hingepfefferte Einzelpostings in sozialen Netzwerken, sondern er mühte sich redlich über einen längeren Zeitraum Beständigkeit in der Verletzung geltender Gesetze zu demonstrieren. Belohnt wurde er mit einer bedingten Haftstrafe und schon vor Verhandlungsbeginn mit dem Verlust seines Mandates. Rundum eine Erfolgsgeschichte[1].
 
Einen anderen Weg wählte ein Sonntagsberger Gemeinderatsaspirant, welcher geringeren Aufwandes bedurfte um das angepeilte Ziel zu erreichen. Kurzerhand fälschte man die Unterschriften für Unterstützungserklärungen, die man benötigte um bei der Wahl antreten zu können. Garniert wurde das Werk mit holprig zusammengestoppelten Erklärungsversuchen, deren Widersprüchlichkeit ein Scheitern des Planes vor Gericht gestellt und verurteilt zu werden, praktisch unmöglich machte.
Als Kür nach der Pflicht demonstrierte der junge Heimatsoziale dann noch völlige Unkenntnis des eigenen Parteiprogramms, und erntete für die Summe seiner Bemühungen eine saftige Geldstrafe. Ob auch ein Funktionärsposten für eine Nachwuchskraft dabei heraussprang war uns bis Redaktionsschluss leider nicht bekannt[2].
 
Unumstrittene Vorreiter des blauen Beschäftigungsprogramms für juristisches Personal waren, sind und bleiben jedoch die Vertreter ehemaliger Kärntner Regierungen, die Kriminalfälle von einer Größe und Tragweite produzierten, welche bis dahin beispiellos waren und selbst schwarzrote Sümpfe der 70er bis 90er Jahre des letzten Jahrhunderts in den Schatten zu stellen vermögen.
Hier gibt es kaum einen Beitragenden, der nur eine einzelne Anklage gegen seine Person laufen hätte, und das, mit den Preussen gleicher Konsequenz, obwohl die Posten der entsprechenden Personen schon lange nachbesetzt worden sind. Hier macht man sich mit Feuereifer gleich einer ganzen Kette von Vergehen schuldig.
 
Jüngstes Beispiel wären die Ermittlungen gegen einen ehemaligen nordslowenischen Gaurat, welcher in der Causa der Seenverkäufe all zu offensichtlich versucht haben soll, Beweismittel gegen ihn in einem Flusse zu versenken. Umweltverschmutzung ist dabei nur das Geringste der Vergehen, für die er sich verantworten müssen wird[3]. Vorbildlichst wird hier Großes geleistet, die Gerichte florieren, die Exekutive kann sich der Arbeitsmenge der Ermittlungen kaum erwehren, und auch Österreichs Medienlandschaft profitiert gewaltig von der nicht enden wollenden Flut der Erkenntnisse über neue illegale Machenschaften.
 
Jawohl, meine werten Leser, SO muss heimatsoziale Beschäftigungspolitik.
Die Kärntner Sonne, welche im Vollrausch vom Himmel, über ein Lenkrad und etwas zu hohe Geschwindigkeit gefallen war, würde nicht anstehen, eben jene Politik in höchsten Tönen zu loben (nur um es nachher wieder zurück zu nehmen, aber das ist eine andere Geschichte).
 
<3-lichst, Patricius.    


[QUELLEN]
[1]http://www.noen.at
[2]http://www.noen.at
[3]http://derstandard.at
 
 


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