70 Jahre ist es nun her, seit die Welt vom Joch der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft befreit wurde.
 
Die ganze Welt? Nein. Ein kleines, immer lauter werdendes Grüppchen unverbesserlicher Möchtegernhistoriker wird des Dranges nicht Herr, die Geschichte einer Revision unterziehen zu wollen.
 

Man wird es nicht leid zu betonen, dass endlich Schluss damit sein müsse, sich für die Taten unserer Großeltern zu entschuldigen, und kann gleichweise nicht davon ablassen, in minutiöser Kleinarbeit nach Gründen zu suchen, die die Taten des Regimes und seiner Bürger rechtfertigen könnten.
 
Die Vergangenheit solle endlich ruhen meinen Sie, und können doch nicht ruhen in ihrer Mission, vermeintliche Kriegsverbrechen der Alliierten anzuprangern, als ob die Handlungen der sich in einem Verteidigungskrieg und um ihr Überleben kämpfenden internationalen Massen die Gräuel des deutschen Angriffskrieges rechtfertigen könnten.
 
Eine unselige Entschuldigungskultur nennen sie den Umgang mit dem historischen Erbe unserer Nation, und werden nicht müde die Kriegsschuld durch die Konstruktion eines deutschen Präventivschlages gegen mutmaßlich bevorstehende Agressionen der Kriegsgegner zu entschuldigen.
 
In endlosen Litaneien wird versucht, die Befreiung des Volkes mit dem Argument der militärischen Besatzung zu widerlegen, nicht verstehend, dass man mit Befreiung nicht vornehmlich die Befreiung des deutschen Volkes von seinem einst so jubelnd begrüßten Regime meint, sondern die Befreiung Europas und der Welt von einem deutschen Reich das so viel Unheil brachte.
 
So sitzen sie vor ihren Bildschirmen, die Damen und Herren Geschichtsverdreher, sich gegenseitig für das Finden immer neuer Ausreden beglückwünschend, sich sonnend in einem Gefühl der Erhabenheit durch den Besitz der vermeintlich eigentlich einzig wahren Wahrheit, die uns durch die Gewinner des Krieges genommen worden sein soll.
 
Da klopfen sie sich gegenseitig auf die Schultern in ihrem Wahn herrenrassischer Überlegenheit, und übersehen dabei, dass die Geschichte über sie und ihr verqueres, menschenverachtendes Weltbild schon lange hinweg gerollt ist, wie einst die deutschen Panzer über die Toten der Völker, die es den Deutschen zu unterwerfen galt.
 
Geschichte wird von den Siegern geschrieben, und die Sieger waren die Gegner der nationalsozialistischen Mordmaschine, die Sieger waren die, welche ihr Land nicht deutschem Herrenrassenwahn und dem deutschen Herrschaftsanspruch unterwerfen wollten, und ihr Leben gaben, um diesen zu bekämpfen.
 
Die Sieger waren aber vor allem die heutigen Generationen eines freien Europa, in dem vieles noch zu verbessern ist, aber in dem Frieden, eine demokratische Ordnung und die Gewissheit des Einzelnen herrscht, dass man nicht befürchten muss, aufgrund seiner Herkunft und der politischen Gesinnung in Lagern interniert und der industriellen Vernichtung zugeführt zu werden.
 
Die Geschichte wurde von den Gewinnern geschrieben, und das sind wir alle. Und es ist gut so, und daran wird auch ein kleiner Haufen ewig gestriger nichts ändern. Und erst wenn der letzte Keim nationalsozialistischer, nationalistischer und rassistischer Agitation den Funken des Lebens aushaucht, werden wir aufhören können, ständig auf unsere historische Verantwortung hinzuweisen.
 
70 Jahre, und wir sind immer noch wachsam.
 
<3-lichst, Patricius.    


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